06.01.2012 11:16 von Rainer Wilkens
Oldenburger Münsterland. 2011 war ein gutes Jahr für das Handwerk. Zu diesem Ergebnis kommen jedenfalls die Kreishandwerksmeister im Oldenburger Münsterland. Günther Tönjes (Cloppenburg) und Ludger Wessel (Vechta). Volle Auftragsbücher, Liefer- und Leistungsristen, vermehrte Personaleinstellungen und Ausbildung seien nur einige Indikatoren der Hochkonjunktur auf Markt für das Handwerk im Oldenburger Münsterland. Wessel und Tönjes glauben nicht an einen Konjunktureinbruch in 2012. Selbst eine Abschwächung der Nachfrage seitens der Auftraggeber werde das Handwerk „nicht umhauen“. Die beiden Repräsentanten des Handwerks im Oldenburger Münsterland warnen aber davor, eine Krise herbeizureden.
Ludger Wessel: „Selbst in Zeiten der Hochkonjunktur ist es ein ganz normaler Vorgang, dass auch Betriebe aus dem Markt ausscheiden. Wir werden das auch im Jahr 2012 erleben. Angefangen von unternehmerischen Fehlern, fehlender Betriebsnachfolge oder einfach nur Pech, weil ein großer Kunde nicht zahlt können die Gründe dafür sehr unterschiedlich sein. Ebenso sicher werden im Handwerk des Oldenburger Münsterlandes 2012 bestehende Handwerksbetriebe expandieren und ganz sicher auch neue Existenzen gegründet werden. Das Handwerk war immer schon ein stabiler Faktor der heimischen Wirtschaftsstruktur und wird ganz sicher noch an Bedeutung zunehmen.“
Für Günter Tönjes hemmen vor allem die fehlenden Fachkräfte die wirtschaftliche Entwicklung des Handwerks. Selbst die 1300 in den Kreisen Cloppenburg und Vechta auf Rekordniveau neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge werden bestenfalls ausreichen, um den vorhandenen Fach-kräftebestand zu sichern. Tönjes: „Wir wollen aber mehr. Das Handwerk im Oldenburger Münsterland hat noch ein großes Wachstumspotenzial. Die Ausbildung ist heute wichtiger denn je, reicht aber alleine nicht aus, um den Fachkräftebedarf zu sichern. Wir brauchen auch die Zuwanderung von Fachkräften in die Landkreise Cloppenburg und Vechta. Dabei denke ich nicht so sehr an das Ausland, sondern vielmehr an strukturschwache Gebiete, die es im Umkreis von 300 Kilometern ja auch noch gibt. Jobs im Handwerk anzubieten reicht nicht aus. Man muss zuwanderungswilligen Fachkräften auch adäquaten Wohnraum zur Verfügung stellen können. Daran mangelt es im Oldenburger Münsterland vielerorts. Wir brauchen für diese Zielgruppe ein größeres Angebot an Mietwohnungen.“
Ludger Wessel sieht es ebenso. Der Wohnungsbau sei nach der Streichung der Eigenheimzulage in den letzten Jahren stark geschrumpft. Eine steigende Nachfrage nach Wohnraum werde deutliche Impulse sowohl für den Neubau als auch die Sanierung von Wohngebäuden auslösen.
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