16.12.2011 13:09 von Rainer Wilkens
Cloppenburg – Über 60 Schülerinnen und Schüler konnten vom 21. November bis 2. Dezember im Bildungszentrum Handwerk ihre beruflichen Talente entdecken. In der vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) geförderten Berufsorientierungsmaßnahme „Talentwerkstatt Handwerk“ lernt jeder Teilnehmer bis zum 2. Dezember drei unterschiedliche Berufsfelder kennen. Im Vorfeld dieser zehn Werkstatttage hatten die Schülerinnen und Schüler der Marienschule und der Albert-Schweitzer-Schule ein dreitägiges Potenzialassessement im Haus des Handwerks mitgemacht.
Die frühzeitige und zielgerichtete Berufsorientierung ist ein wichtiges Instrument zur Vorbereitung auf den Übergang von Schule in den Beruf. Sie trägt unter anderem dazu bei, die vergleichsweise hohe Quote an Ausbildungsabbrüchen zu verringern (bundesweit ca. 20 Prozent). Bundesbildungsministerium, BIBB, Arbeitsagentur und andere sind deshalb seit einigen Jahren aktiv bemüht, in den Regionen die Berufsorientierung zu fördern. Seit Herbst 2010 gehört auch die Kreishandwerkerschaft Cloppenburg mit seinem Berufsorientierungskonzept „Talentwerkstatt Handwerk“ zu den lokalen Akteuren. Sie versteht ihr Engagement als Ergänzung zu den vielfältigen und lobenswerten Aktivitäten der allgemeinbildenden Schulen und der Region des Lernens.
Grundlage des Konzepts: Die Teilnehmer/innen sollen sich in verschiedenen Berufsfeldern ausprobieren und Talente entdecken können. Dabei soll so weit wie möglich am Arbeitsalltag orientiertes Arbeiten erfolgen; dazu gehört das Tragen von Sicherheitsschuhen in bestimmten Werkstätten ebenso dazu wie ein anstrengender „Arbeitstag“ von 8 bis 15 Uhr. Zudem sollen die Schülerinnen während der Berufsorientierung auch in gewerblich-technischen Berufen ihr Geschick beweisen und so Berührungsängste vor „typisch männlichen“ Berufen verlieren.
Erstmals wurde bei dieser aktuellen Maßnahme im Vorfeld ein sog. Potenzialassessement für die gut 60 Schülerinnen und Schüler durchgeführt. An drei Tagen mussten die Schüler in Gruppen- und Einzelarbeit verschiedene Aufgaben lösen. Jeweils zwei ausgebildete Assessoren beobachteten sie, um ihre speziellen Stärken bei den sprachlichen, den handwerklichen und sozialen Kompetenzen zu entdecken. Diese Potentialanalyse ist ein integraler Bestandteil des vom BIBB geförderten Berufsorientierungsprojekts.
Wie die Klassenlehrer sahen auch die Schulleiter Doris Lorenz und Christine Döpke von der Marienschule sowie Günter Gronemeyer von der Albert-Schweitzer-Schule ihre „Schützlinge“ aus einer ganz ungewohnten Perspektive: „Im Gespräch mit unseren Schülern haben wir von einer überraschenden Wertschätzung der meisten Schüler gegenüber ihren Produkten erfahren, was angesichts der Tatsache, dass sie ihr Werkteil als etwas ganz Persönliches empfinden, nicht verwunderlich ist.“ Geschäftsführer Dr. Michael Hoffschroer und das Projektteam Sigrid Tebben und Rainer Wilkens von der Kreishandwerkerschaft zollten dem jungen Berufsnachwuchs großes Lob. Sie alle hätten vom ersten Tag an Begeisterung und Durchhaltevermögen gezeigt. Positiv fiel auch auf, dass die Schülerinnen und Schüler aus den unterschiedlichen Schulen und Klassen in den Werkstattgruppen gut zusammen arbeiteten. Das bestätigten auch die Ausbilder Rosl und Ernst Vossmann (Friseure), Werner Wess (Tischler), Hermann Rosenbaum (Maler) sowie Georg Fresenborg und Günter Sterl (Metall). Interessierte können sich auf einer eigens für die Talentwerkstatt eingerichteten Internetseite mit zahlreichen Bildergalerien und nun auch ersten Videos einen guten Einblick in die Berufsorientierungsmaßnahme verschaffen www.talentwerkstatt-handwerk.de
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